Ende

….leider bin ich nicht geschickt genug die Beiträge zeitlich umzudrehen. Deshalb muss man rückwärts lesen…und gaaaanz nach unten blättern. Aber der Blog ist jetzt fertig. Ich auch. Gute Nacht für heute
https://einstueckindienzufuss.wordpress.com/
Liebe Grüße Sandra

2019-01-06 Agra

Stadt Agra (übers. „nächster Garten“)

Auch Agra die alte Hauptstadt des Mogulreichs ist eine Millionen-Stadt mit mehr als 1,5 Mio. Einwohnern. Sie liegt am Heiligen Fluss Yamuna.

Der Taj Mahal (Krone des Palastes) beschert mir noch vor seinem ersten Anblick einen leichten Schauer tiefer Empfindungen auf der Haut über die anrührende Liebesgeschichte, die zu diesem Weltwunder erwuchs.

Als Besucher kommt man zuerst vor dem Portalbau an. Vom Taj Mahal ist architektonisch geschickt angeordnet noch nichts zu sehen.

Das Eingangstor zum Taj Mahal

Für die 22-jährige Bauzeit des Taj Mahal wurden die 22 kleinen Kuppeln auf dem Portalbau errichtet.

Shan Jahan erbaute das Grabmal für seine verstorbene Lieblingsfrau mit der er 14 Kinder hatte. Der Hauptarchitekt kam aus dem Iran, weitere weltweit beste Experten (Italien ,…) wurden hinzugezogen. Vorab gab es einen Ausschreibungswettbewerb. 20.000 Menschen, 1.000 Elefanten und sehr viele Kamele haben 22 Jahre fast täglich an dem Monument gearbeitet, die Materialien herbei geschafft und die Arbeitenden versorgt und viele ihr Leben gegeben. 22 Brunnen die mit dem heimischen Beton gefüllt sind bilden einen stabilen Sockel für das Bauwerk direkt am weichen Ufer des heiligen Flusses Yamuna. Erst wenn man in der Sichtachse vor dem Portal steht, ist das Grabmal zu sehen.

Durch die Pforte

Das Grabmal ist trotz seiner Größe erst jetzt zu sehen. Wundersam. Berührende, kühle Schönheit auf die Ferne. Zwischen dem Portal und dem Monument liegt der Paradisgarten mit einem langen Wasserbecken in der Sichtachse, in dem sich der Prachtbau spiegelt. Beim Näherkommen beeindrucken der weiße Marmor, prunkvolle, bunte Intarsienarbeiten, die mit 27 verschiedenen Edelsteinarten und Halbedelsteinen verziert sind und sehr viele weitere kunstvolle Details.

Strophen des Korans am Eingang

Bilder und Stimmen: https://www.welt.de/reise/Fern/gallery13647559/Das-beruehmte-Taj-Mahal-in-Agra-ist-in-Gefahr.html

Wundervolle Intarsienarbeiten

Die Türme sind nach außen geneigt gebaut, so dass sie im Falle eines Erdbebens nicht auf das Hauptgebäude stürzen. Viele weitere wundersame und praktische Raffinessen sind zu finden.

Durch Intrigen verbrachte Shan Sahan seine letzten Lebensjahre in Gefangenschaft seines eigenen Sohns. Zwei Wünsche wurden im gewährt: in seinem Gefängnis bekam er ein Sichtfenster auf die Grabstätte seiner geliebten Frau und vor seinem Tod entschied er sich, bei ihr beibeigesetzt zu werden. Wir verlassen mit eigenartiger Stimmung diesen Ort. Nicht ohne von vielen Indern angesprochen zu werden, ein Foto gemeinsam mit ihren Kindern haben wollen.

Revanche: ein Foto von der Kurzbekanntschaft

Das Rote Fort in Agra…

Bietet die Blickachse zum Taj Mahal für Shan Sahan und wirkt nicht nur von außen bombastisch.

Unerobert in der aktiven Mogulzeit

Hauptsitz / Residenz der Kaiser/ Mogule von Indien über lange Zeit. Sehr großer Bau aus rotem Sandstein mit islamischen Verzierungen, Spiegelzimmern, Gefängnis, Baderäumen, Sommer- und Winterpalast und vielem mehr. Wir sind erschlagen. Scheinbar auch die Streifenhörnchen, die hier im Gegensatz zur Wüste richtig handzahm und mutig sind.

Und eines nehme ich mir noch

Während der Mogulzeit wurde die Residenz nie erobert. Heute ist sie zweigeteilt (Touristen/Militär). 5 km Festungsmauer, komplett in 65 Jahren erbaut.

Glitzernde, aber geschützte Pracht

Die sehr große Badewanne auf dem Vorhof bietet Platz für 2 ausgewachsene Elefanten.

Nur ein Geburtstagsgeschenk für den Onkel.

An der Straßenecke

Nach einem letzten Samosa gefüllt mit Kartoffeln und frischen Säften aus Mandarinen und Granatapfel an einer typisch verkehrsreichen Straßenecke in Agra nehmen wir den Feierabendverkehr zurück nach Delhi.

Schradition

Von Kamal erfahren wir einiges über hinduistische und indische Traditionen.

Frauen im Sari

Das Kastensystem

Auf dem Papier ist das Kastensystem abgeschafft. Aber selber den Anfang machen und die Familie „für das schlechte Benehmen“ leiden lassen, das kann sich kein Inder vorstellen. Fröhlich in Jeans studierende Inderinnen kehren nach ihrer traditionellen Heirat dem Arbeitsmarkt den Rücken, tragen Schleier und kümmern sich um Haus und Hof und die Familie des Mannes. In den Städten weicht die Tradition zurück, auf dem Land, den Dörfern ist sie fest verwurzelt.

Hochzeit

Kamal erzählt über die Tradition der Partnerwahl. Im hinduistischen Indien wird sehr viel beachtet. Gleiche Kaste, gleiche Namen werden vermieden, Alter: (erlaubtes Heiratsalter: Frauen heute ab 18, Männer ab 21). Ist ein Partner gefunden, wird zuerst ein Horoskop gemacht. 36 Eigenschaften gibt es, 18 müssen mind. passen.

Der Richter stimmt sonst der Heirat nicht zu. Kinderhochzeiten sind heute streng verboten, 5 Jahre Gefängnis erhält, wer dagegen verstößt. Auch heute noch kennen sich die Ehepartner vor der Hochzeit oft nicht, haben sich nie zuvor gesehen. Bis es so weit ist, startet ein großes Auswahlverfahren. Jeder, auch die Mütter und die älteren Brüder haben Mitspracherecht bei der Partnerwahl. Erst dann wird den Mitschwiegereltern gegenseitig zugesagt. Tradition wird sehr groß geschrieben. Heute steigen die Chancen der Frau auf einen guten Partnerauswahl, wenn sie gut ausgebildet ist. Dann sinkt auch die geforderte Mitgift, weil sie ein eigenes Einkommen haben könnte. Das Auswahlverfahren startet mit einem Bewerbungsprofil (Foto, Lebenslauf). Auch die zukünftige Frau muss der Partnerwahl zustimmen. Erst dann dürfen sich die zukünftigen Ehepartner für 1/2 Stunde sehen. Dann muss/wird die Verlobung ausgesprochen werden. Trotzdem fehlt sehr oft die Liebe, weil die jungen Menschen sich nicht alleine entschieden dürfen. Dann wird durch den Priester in 6-12 Monaten mit dem Horoskop ein Hochzeitstermin gesucht. Gerade macht Vishnu Winterschlaf, auch in solchen Zeiten darf traditionell nicht geheiratet werden. In den übrigen Zeiten finden sehr viele Hochzeit statt, so dass sich die Familien oft aufteilen müssen über alle Hochzeit an den (dauert oft 2-3 Tage) sie eingeladen sind. Die Vorbereitung fordert einen riesigen Einsatz der gesamten Familie. Kamal hatte ca. 1.500 Gäste. Zum Polterabend, der mittags stattfindet wird jeweils die komplette Familie mit deren Familien, das komplette Dorf (bis auf die Unberührbaren eingeladen. Den Polterabend feiern die zukünftigen Brautleute mit dem jeweiligen Kreis getrennt. Für die Brautleute finden sehr viele Rituale zusätzlich in diesen Tagen statt. Am zweiten Tag findet die tatsächlich Hochzeit statt.

Der Bräutigam muss mit einem weißen Pferd zur Hochzeit reiten. Am dritten Tag findet noch eine Feier mit den engsten Freunden und den gemeinsamen Familien statt.

Weißes Pferd, aber kein Bräutigam

Sprachen

22 verschiedene Sprachen haben die Inder. Auch Hindi ist keine einheitliche Landes-Sprache. Nur ca 50 % sprechen Hindi, mittlerweile sprechen mehr Inder Englisch als eine gemeinschaftliche Landes-Sprache. Engl. ist Pflichtfach in der Schule.

Kasten

Gesetzlich abgeschafft, real aber insbesondere im ländlichen gelebte Rollen in der Gesellschaft seit 2000 Jahren (ohne Dörfer und Städte) und damals noch unter anderem Namen. Irgendwann war das Kastensystem geboren. Jeder bleibt im jeweiligen Leben in seiner Kaste/Gruppe.

Brahma hat es gegeben. / Merkmale auf dem Land. In den Städten kaum nicht sichtbar. Symbol(Berufe) /Kleidung/sonstiges:

1. Kopf (Priester, Heilpraktiker, Lehrer). Name: Bandit, Jossi. Weiße Kleidung, Zopf oben auf der Kopfmitte. Weiße dünne Schnur, die auf der Haut getragen werden. Sari bei Frau mit 5 Falten. Es wird vegetarisch und ohne Alkohol gelebt.

2. Schulter (Krieger), Männer tragen Ohrringe. Familiennamen (Singh, Natawart,…) Frau 2 Röcke, 2 Blusen übereinander

3. Bauch (Kaufleute), Handel.) Schmuck, gelbe Schnur, gelber kleiner Turban. Sari bei Frau mit 3 Falten getragen

4. Beine (Handwerker) Gewundene Hosen. Weiße Hemden, in Radjasthan. Frau wie 2. Kaste, aber nur 1 Rock, nur 1 Bluse und bauchfrei

5. Füße (Unberührte, Toilettenreiniger, Straßenreinigung) Name: Bailey. Tragen alles. Besen sind Erkennungsmerkmal. Sind allerdings heute auch frei in der Ausbildung und Berufswahl. Der erste Präsident war ein Unberührbarer.

Gazellen sind die reinen Leben der verstorbenen. Es ist streng verboten sie zu töten

Hoffnung

Der erste Präsident von Indien nach der war Unberührbarer. Die Quote gibt 30% der staatlichen Stellen (Bahn, Regierung, …) an Kaste 4 und Unberührbaren….der Name der Kaste steht heute noch im Pass, aber das System ist abgeschafft

Fazit

Wüstenbesuche sind nachhaltig. Es finden sich noch Tage später Sandkörner im Ohr.

Die Baukunst der Mogule und Maharadschas seit vielen Jahrhunderten übertrifft unsere europäische Vorstellung um ein Vielfaches in Schönheit und aller behaglichen Raffinesse.

Der Unterschied zwischen Arm und Reich ist hier größer als irgendwo anders auf dieser Welt.

Es werden keine Tiere überfahren. Dafür werden durch Vollbremsungen auch Massenkarambolagen in Kauf genommen. Aber der Umweltschutz setzt sich erst sehr langsam durch. Viele Inder haben die Gefahr noch nicht einmal erkannt.

Die indische Gelassenheit lohnt sich mit nach Deutschland zu nehmen. Auch der äußerst respektvolle und oftmals fürsorgliche Umgang miteinander.

2019-01-04 Im indischen Dschungel

Ranthambore-Nationalpark

Die Reise geht weiter. Das Land verändert sich. Die Berge wachsen langsam mit immer größer werdenden Schorfen in den Himmel. So viele Leben und Geschichten ziehen unbekannter Weise an uns vorüber. Die Vegetation verändert sich merklich. Es wird grüner. Fruchtbares Land verschluckt nach und nach die Wüste.

Nach wie vor laufen Wildschweine in den Dörfern am Straßenrand.

Die Kühe und der Verkehr respektieren sich.

Ja, hier fehlt gerade der Verkehr. Aber das geht auch deutlich anders und das war auch viel besser zum fotografieren

Keiner stört sich an den Tieren. Hunde schlafen und leben im dicksten Getümmel. Alle passen gut aufeinander auf. Es gibt viele Verkaufsstände, die z.B Kuh- und Taubenfutter in kleinen Portionen anbieten. Die kleinen Bündel füllen scheinbar auch die größten. Mägen. Für uns lässt sich nicht immer auseinander halten, ob die Tiere wem gehören oder selbstständig sind. Auch hierzu gibt es eigene Geschichten.

Fliegenschutz oder Schmuck?

Aber nicht nur Tiere werden verehrt. Es gibt auch eine Vielzahl heiliger Bäume und anderer Pflanzen. Der Banyan-Baum wird 800-1.000 Jahre alt und produziert täglich 24 Stunden Sauerstoff.

Der Banyan sendet Luftwurzel aus

Wir habe es tatsächlich geschafft am frühen Samstag Nachmittag in Sawai Madhopur anzukommen. Es gibt nur einen kurzen Stopp in der Lodge, die sich nur wenig von den afrikanischen unterscheidet. Der Lodge Jeep nimmt uns mit in den Ranthambore-Nationalpark. In dem fußläufig erlaubte Teil des Parks konnte man auf den Berg wandern, auf dessen Plateau die zweitgrößte indische Festung steht. Kanthambhor Fort wurde im 10. Jh. errichtet und ist heute UNESCO Weltkulturerbe. Ziemlich witzig war, dass unzählige Affen die menschlichen Besucher gemustert haben, als ob diese die Ausstellungsstücke sind.

Die Affen in Aktion

In der Anlage steht Rajasthans berühmtester Ganesha Tempel. Die heiligen Kühe und vorwitzigen Affen lassen es sich dort ebenso gut gehen wie die große Anzahl der gläubigen Besucher.

Vor dem Ganesha Tempel im Kanthambhor Fort

Die Süßigkeits- und Blumenstände direkt vor dem Eingang haben guten Absatz, und Ganesha erhält sehr viele Geschenke. Der Hinduismus ist eine farbenfrohe Religion.

Im Tempel

Wegen der wechselhaften Geschichte der Mogule und Maharadschas stehen auch heute noch aktive Moscheen auf dem Gelände.

Auf dem Rückweg gabe es aufgeregte Bewegung unter den Affen. Alle schauten gebannt in eine Richtung. Jetzt hat “einen Affentanz“ machen eine ganz anderer Bedeutung bekommen;-) Einheimische haben vermutet, dass sich ein Tiger genähert hat. Uns hat er sich nicht gezeigt. Wir setzen auf morgen. Um 6:45 startet die Tiger-Safari im Nationalpark.

2019-01-05 Die Tiger Safari

Im halbdunkel geht es im offenen Geländewagen los. Kalter Nebel liegt auf dem Land und in der Luft. Er zieht sichtbar mit schweren Tropfen durch die kalte Luft. Trotz zusätzlicher Decken über unserem Kleiderschichtenmodell ist es kalt und nass. Die Helligkeit bahnt sich langsam ihren Weg.

Auch in Indien ist es Winter

Wir sehen verschiedene Vögel,

Eisvogel. Nein, genau den habe nicht ich mit der Linse eingefangen

mehrere Reh Arten im Rudel und alleine, Affen, Wildschweine und riesige Krokodile, die alle nicht Handy-fotogen sind. Die Krokodile sind wirklich riesig.

Die Spannung steigt, der Frost in den Socken allerdings auch. Die Spur des Tigers kreuzt den Weg. Hat er die Gazelle gejagt? War er schnell, langsam oder zufällig unterwegs? Vermutlich haben sich ihre Spuren zeitversetzt gekreuzt. Dafür reicht unser Trapper Blick dann doch noch aus.

Aber selbst ausgiebiges „Tieralarm-Lauschen“ in die Wildnis bringt uns dem Tiger nicht näher. Vermutlich würden wir ihn aber auch nicht sehen, wenn er 5 Meter neben uns im 1,5 m hohen Tigergras liegt.

Siehst du ihn?

2 Stunden später erreichen wir einen Berg. Hier lichtet sich der Nebel etwas zum Nachbartal.

Wo ist der Tiger?

Aber die Wölfe, Tiger, Hyänen und Schakale des Parks bleiben unsichtbar.

Die gab es leider nur als Bild in der Lodge

Obwohl der Park in Richtung Umweltschutz arbeitet, gilt es noch viel Weg zurück zu legen. So gibt es 5 verschiedene Routen durch den Park, die von einer beschränkten Zahl Fahrzeuge benutzt werden dürfen. Aber die Routen haben eine große Zahl an Varianten, die den Park (380 qkm) durchnetzten. Wer Ruhe und saubere Luft hier erwartet, bekommt es nicht erfüllt.

Nach einem späten Frühstück geht die Reise weiter nach Agra.

2019-01-03 – Jaipur

Die Stadt ist quirlig und laut. Sie lebt. Nach der Stille und Weite der Wüste ist sie eine Farbexplosion für unsere Augen und eine echte Herausforderungen für unsere Ohren.

Fahrrad-Rikschafahrer Ram Avtar, der uns nach dem ersten Eindruck zurück brachte

Die Hauptstadt Rajasthans lebt von ihren architektonischen Wundern, den alten Zeugnissen längst vergangener Zeiten, Geschichten der königlichen Familien, den quirligen Marktstraßen die ein riesiges Labyrinth darstellen und seiner sehr beeindruckenden Größe (> 3 Mio. Einw.) Hier nur ein paar Impressionen der gewaltigen Stadt:

Der Palast der Winde – Hawa Mahal wie er so schön auf Hindi heißt – ist eines dieser architektonisch wundervollen Bauwerke. Wir können die bunt gekleideten Frauen fast noch sehen, die hinter einem der filigranen Fassadenfenstern aus rotem und rosa Sandstein stehen. Sie schlüpften über einen Tunnelgang vom Wohnpalast hinüber und hatten so fast unsichtbar die beste Aussicht auf ihre Helden und das Geschehen in der Stadt.

Palast der Winde. Komm näher und lass dich
von der Fassade verzaubern

2019-01-03 Fort Amber

Wieder ein über 400 Jahre altes Baukunstwerk. Außen aus Marmor und dem hier allgegenwärtigen Sandstein und innen zum Teil mit noch nie renoviertem Beton überzogen. Der feine Werkstoff aus Muschelmehl, sehr feinem Sand, Kalk, Kies, Kuhpipi und einigen Zutaten mehr bietet eine fast marmorglatte Fläche für phantasievolle Wand- und Deckenmalereien, auf der man im Gegensatz zu Marmor malen kann. Ergänzt wird das Wunderwerk mit Marmor Intarsienarbeiten ohne gleichen. Je nach Lichteinfall glänzen Gold oder Lapislazuli in einer atemberaubenden Intensität.

Deckenmalereien mit echtem Gold und einer Vielzahl von Naturfarben auf dem erstklassigen Betonputz

Einem Spiegelsaal mit belgischem Glas, Hamam, Bäder aus Marmor, moderne Toiletten mit Wasserspülung, Sommer- und Winterressidence mit Wasserkühlung, vielen Haken für große, leichte Tücher und einer orientalischen Fensterarchitektur schicken die Phantasie immer weiter auf Safari.

Badezimmer
Wieviele Blicke sich hier wohl nicht getroffen haben?

Wenn hier die tausend Fakeln in der Nacht entzündet wurden, die farbenfrohen Tänzerinnen sich im Klang der Trommeln drehen, spiegelt sich das Bild millionenfach in den konkav gewölbten Wandspiegelbildern.

Das Märchen der Nacht lässt sich nicht einfangen, aber eine Eindruck der Bauweise.
Eines der Spiegelbilder. Könnt ihr die Tänzerinnen im Fakelschein sehen?

Welch eine Pracht. Heute schauen allerdings nur die Languren auf die bunte und laute Mischung der Gäste.

Mamma mit Nachwuchs

Eine Geschichte über Eunuchen die noch heute in Indien ihr Unwesen treiben macht die Runde und wir verlassen den verzauberten Ort mit einem letzten Blick auf die Elefanten, die bunt bemalt die nächsten Gäste bringen.

Elefanten auf Amber
Aufstieg der Elefanten

Der Wasserpalast und die alte Stadtmauer reihen sich in der Geschichte der Stadt ein.

Wasserpalast

Im Stadtpalast der auch heute noch der private Palast des Maharadschas von Jaipur ist und zum anderen Teil Museum und für Besichtigung freigegeben, bahnt sich ein modernes Märchen an. Tausende Blumen, Teppiche, Tücher und Vorhänge bereiten den Palast für eine Hochzeit vor.

Schon fast fertig
Viele fleißige Hände für den Traum zweier Menschen

Observatorium

Der krönende Abschluss des sonnigen Tages ist das Jantar Mantar (übers. Magisches Gerät“)

Es ist ebenfalls ein Weltkulturerbe. Hier steht eine Sammlung von neunzehn über 250 (Bj. 1727..? Sorry muss es nochmal googeln und verifizieren) Jahre alter architektonischer astronomische Instrumenten inclusive der angeblich größten Sonnenuhr der Welt. Es ist eine auf den Polarstern, mit passender Winkelzahl ausgerichtete Mauer, deren Schatten links und rechts auf gebogenen Marmorplatte die Uhrzeit 2 sekundengenau anzeigt. Und ja, die Uhrzeit stimmt. Das ist großartig! Die Astrologie wird in Indien auch heute noch bei allen wichtigen Ereignissen beachtet. In einem der anderen Objekte gibt es extra einen unteren Gang für die Astrologen, der heute noch rege genutzt wird. (Vgl. Kapitel Hochzeit/sonstiges; Link folgt, wenn der Beitrag veröffentlicht ist)

Die große Sonnenuhr
der Local Guide (ein Astronom) erklärt anschaulich

Licht und Schatten

Indien ist großartig. So viele Menschen, so viele Chance, so viele positive Erlebnisse. Aber ebensoviele Probleme.

Entsetzliches in Richtung Umwelt und Lebensbedingungen, wundersames
und sehr viel Schönheit in den alten Bauten, Kunst, bunte Farben und Kultur.
Ja, es gibt viel zu erzählen. Ich weiß gar nicht wo ich anfangen soll. Vielleicht sollen einfach nur die Bilder sprechen.

Tote Tiere und Babys durch vergiftetes, verkeimtes Wasser.

Ich weiß natürlich nicht, woran dieses Kalb gestorben ist, aber verkeimtes Wasser ist eine nicht unerhebliche Todesursache bei Neugeborenen.


Bettelnde Kinder im Job statt in der Schule
Verbrennung in Räumen ohne Abluft
Wohn- und Arbeitsraum direkt an der Straße

Und hier war noch wenig Verkehr. Das gab es in jeder Stadt, in jedem Ort. Und der Smog und der Lärm in den Städten lässt sich nicht fotografieren. Hier leben Menschen und Tiere direkt am Straßenrand.

Hier hat gerade der Paria gefegt, aber wohin geht der Müll?
Schweine verköstigen sich am Müll, oder er wird angezündet oder bleibt einfach liegen

Giftiges Obst und Gemüse, die Pestizide unterliegen keiner Kontrolle.

Vielen Bauern fehlt das Wissen über die Schädlichkeit der Pestiziden

Der Einsatz von Düngern, Pestiziden und Hochleistungssorten seit den 70er Jahren hat zwar die Produkte gesteigert, aber die Ressource Land erschöpft. Das führt zur Senkung des Grundwasserspiegels und Versalzung des Landes.

Die Eindrücke lassen sich noch erheblich fortsetzen, insbesondere in Richtung Umwelt und Armut. Aber es gibt auch Lichtblicke. Die ersten Plakate in Richtung Green City oder verschiedenste Hinweise gegen Plastik

No Plastic is fantastic

…Schulpflicht. Englisch als verbindende Landessprache als Pflichtfach. Aufklärung über die Umweltbedrohung….und es gibt Unterstützung aus den reichen Klassen.

Jodpur

Eine vergessene Stadt. Natürlich nicht die Stadt, der Ort, sondern der Artikel.

Direkt nach der Wüste Thar sind wir hier herausgekommen in Jodpur. Paläste, Festungen, Tempel…wohin soll der Blick sich richten, die Füße wandern?

Verbrennungsstätte und Jaswant Thada-Mausoleum

Leben und sterben sollen für ihn räumlich näher beieinander liegen hat Jaswant Thada beschlossen und das oben gezeigte Mausoleum nahe seiner Wohnstatt erreichen lassen.

Heute bringt eine Fahrstuhl die Gäste nach oben auf die in Generationen erweiterte Wohnstätte.

Hübsch zu sehen die Anbauten für die wachsende Familie .
Unnahbar von hinten

Und grausig so manche hinduistische Tradition. Die Verbrennung der lebenden Ehefrau mit Ihrem verstorbenen Gatten war hier Teil der guten Sitte in der Festung und fand noch bis in die 70er Jahre statt. Es blieb nur ein Handdruck im Beton der Torbogen.

Farbenfroh die Märkte drumherum.

Nur eine kleine Chili-Auswahl

Viel davon haben wir in unserem Essen gefunden. Alles frisch und wenig verpackt ist heute noch der Standard. Einen Supermarkt haben wir keinen gefunden. Die traditionellen Einkaufsstraßen bieten das Auskommen unzähliger Familien.

Straßenmarkt

Jodhpur wird auch die blaue Stadt genannt. Von den vielen Höhen und Hügeln schimmern die blauen Dächer wie ein surreales Artefakt. Leider habe ich hiervon nicht annähernden anschauliches Bild. Daher hier ein Link auf eine gelungene Aufnahme im Kapitel Geschichte. https://de.m.wikipedia.org/wiki/Jodhpur

2019-12-30 der Tag der Geier

Die Wüstentage beginnen. Irgendwo im Nirgendwo an einem einsames Steinhaus etwas nordöstlich von Nokah ist der Treffpunkt. Dromedare und wuschelige Schäfchen begrüßen uns. Jede Menge Löcher im Boden runden den ersten Eindruck ab. Steifenerdhörnchen flitzen rein und raus. Für ein Foto sind sie allerdings zu schnell. Nicht mal die Schwanzspitze lässt sich einfangen.

Mama mit Tochter als Begrüßungskommitee
Nicht umsonst habe ich den Wintermantel an

Die Bilder täuschen. Es ist bitter kalt. Der nebelige Dunst verzieht sich nur langsam.

Endlich zieht unsere kleine Karawane los

Das Land ist eher eine Savanne denn eine Wüste. Einzelne Akazien, Bäume, die aus der Ferne aussehen wie Mickey Maus Köpfe, jede Menge Wolfsmilch-Sträucher und einige Nutzpflanzen wie Sesam und Raps zeigen sich. Das Land liegt jedoch im Winterschlaf.

Wir sind noch keine halbe Stunde unterwegs, da kreisen die ersten Geier am Himmel. Kopfkino. Spiel mir das Lied vom Tod? Und tatsächlich liegt dort eine tote Kuh. Na, das fängt ja prima an. Es folgen viele tote Kühe. Und Geier. Aber keine Elefanten. Die gibt es nicht in der großen indischen Wüste.

Sieht sie nicht toll aus?

Kilometer um Kilometer ziehen wir durch das Land. Wir verlieren Raum und Zeit.

Hier Eine Einladung bei der Mutter unseres local Guides auf eine Tasse Masala Tee.

Die sehr vereinzelt stehenden Hütten sind aus Sandstein gebaut.

Landestypische Hütte aus Sandstein im Nebel

Aber die gute Nachricht vorab. Wir sind noch nicht erfroren. Nur fast. Ihr könnt euch nicht vorstellen, wie kalt es hier ist. Gute Nacht mit viel Vorfreude morgen früh auf eine heiße Tasse ….Masala Tee

Gleich ist die Sonne weg und der kalte Dunst steigt auf

Leider ist es unmöglich täglich ein paar Zeilen und Bilder zu liefern. …hier gibt es einfach nicht genug Internet

29.12.19 – Die Zugfahrt

Die Nacht ist früh vorbei. Es gilt den Ajmer Express um 06:05 Uhr zu erreichen.

Geschafft. Wir sind um 05:45 Vorort

Im Zug teilen wir den Platz mit einer netten Familie.

Die Vollversorgung mit Essen und Getränken gehört zum Service

Die Fahrt zieht sich. Immer noch 1,5 Stunden bis Ajmer. Die Kids spielen auf dem Gang. Zeit zwischen Wachen und Schlafen. Der Blick aus dem Fenster bietet nicht viel Abwechslung, macht aber deutlich, warum auch in Indien die max. 2 Kinder Vorschrift gilt. Nicht ein cm unbenutzes Land.

Bewohntes Land, Landwirtschaft und Müll prägen das Bild.

28.12.19 – Delhi bei Tag

Was für ein Tag. Die Vielzahl der Eindrücke ist überwältigend. Vom normalen Vorwärtskommen in dieser Millionenstadt über den Kolonialteil, die Altstadt, den religiösen Monumenten. Hier nur ein paar Impressionen.

Danke an Kamal, der uns in ein großes Heiligtum der Sikh brachte. Nicht die wundervolle Pracht des Sikh Tempels sondern die große Hilfsbereitschaft der Menschen standen hier im Vordergrund. Alleine durch Spenden und dem bereitstellen von Arbeitszeit ENTSTEHEN HIER TÄGLICH 40.000 kostenlose Essen.

Ja, die Schüsseln sind hier etwas größer
Frischen Naan
Viele helfende Hände, die sich im Stundentakt abwechseln

Hier geben die Sikh ein gänzlich anderes Bild ab, als mir durch die Presse entstanden ist.

Zusammenfassung derer Regeln.

Am Gandhi Memorial ein berührender Moment.

Mit gewaltlosem Protest sehr viel erreicht

Mahatma Gandhi Zitate

·        Der Schwache kann nicht verzeihen. …

·        Die Größe und den moralischen Fortschritt einer Nation kann man daran messen, wie sie ihre Tiere behandeln. …

·        Sei du selbst die Veränderung, die du dir wünscht für diese Welt. …

·        Liebe ist die stärkste Macht der Welt, und doch ist sie die demütigste, die man sich vorstellen kann.

28.12.19 – Ankommen

Bei der Landung in Delhi um 01:30 Uhr (kurz nach 21 Uhr bei euch in Old Germany) werden es unkomfortable 4 Grad sein sagt der Kapitän. Brrrhhh. Entsetzte Blicke und eine nicht kleine Panik über einen so nicht erwarteten Erfrierungstod breitet sich aus. Langsam unter der Decke hervorkriechen und zumindest mit der Uhrzeit und der Müdigkeit konform gehen

Es wird 5 Uhr bis wir das Hotel erreicht haben. Trotz e-Visum und der nächtlichen Uhrzeit unglaublich lange Schlangen bei der Einreise. Und die nächste Überraschung: kein wlan im Hotel und der Datentarif sieht keine pauschalen vor. Das wird ein spärlicher Blog.

Vorbereitung?!

Nur 12 Seiten Formulare und 5 Tage später. Das Visum ist da. Es kann los gehen. Es wird los gehen … Übermorgen schon startet der Flieger nach Delhi, tauchen wir ein in die Zeit der Maharadschas und Mogule und ziehen die Scheuklappen auf um in der Riesenstadt nicht die Richtung zu verlieren. Wie immer vor einer Reise wird es hektisch. Die Tasche ist noch leer und das Wissen viel zu klein. Wo ist der Stopp-Schalter für die Zeit?

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